Richtig sparen

An dieser Feststellung ist was wahres dran, dass Schaffen und Sparen in einem vernünftigen Wechselverhältnis stehen müssen.Wie das richtige Sparen aussehen kann, das verdeutlichen die folgenden Geschichten:

Es wird von einer Schwäbin berichtet, die immer in aller Hergottsfrühe auf den Beinen war, während sich andere noch 10 mal im Bett rumgedreht haben. Auf die Frage, ob sie denn so miserabel schlafe antwortete die Frühaufsteherin: baer-schlaeft-auf-mond“Was tue denn 12 Schtond em Bett. Do mache jo meh heh (kaputt) am Leiduach ond am Kissle, als Gottes Wille wär”.

Ein Remstäler lag im Krankenhaus und seine Tochter kommt zu Besuch. Auf dem Servierbrett sieht sie ein halbes Weckle mit Zwetschgagsälz liegen. “Jesses Vadder” sagt sie, “Du hosch jo bloß d’ Hälfte gessa”. “Freilich” erwiedert der Vater, “aber Du glaubsch doch ned, i lass de ander Hälfte aus am Zemmer traga. Zahlt isch’s ganz. I muaß bloß verschnaufa, no drück i de ander Hälfte na. Ond wenn i zom Teufel werd”.

Ein Schwabe hat geheiratet. Als er einige Tage später wieder in’s Gschäft (die Firma) kommt, wird er von seinen Kollegen angesprochen. “Do hosch aber a Scheene gheiratet”. Worauf der frische Ehemann antwortet: “Worom hätt’ i a Wüschde heirata solla, a Scheene frißt au ned meh”.

Im Schwabenländle gibt es noch viele Streuobstwiesen mit alten Apfel- und Birnensorten. Diese Streuobstwiesen werden in der Regel nicht mehr intensiv genutzt. Trotzdem fällt natürlich jeden Herbst eine große Menge an Obst an. Das wird von uns in mühevoller Arbeit aus dem Gras “geklaubt”, in Säcke gesteckt und bei der BayWa abgeliefert. Und da das “finanztechnisch” nicht viel bringt, wird das gelesene Obst in sog. “Tauschsaft” umgewandelt. Wir bekommen dann die bei BayWa vertriebenen Obstsäfte zu verbilligten Preisen. Das ist sparen in “schwäbischer Form”, bloß nichts verkommen lassen . Auch wenn der Arbeitsaufwand des “aus am Gras glauba” enorm und der “Verdienst” dazu in keiner Relation steht – “bei ons verkommt nix” und gespart hat der Schwabe trotzdem. Und was wir letztendlich liegen lassen, das bekommen die Schafe des Schäfers “ond d’ Mäus”.

Die Tageszeitung als Sparwunder.Bei meinen Großeltern habe ich noch selbst erlebt, wie man Toilettenpapier spart. Hierzu wird die leider notwendige lokale Tageszeitung in Streifen geschnitten und als Klopapier benutzt. Speziell auf den alten Bauernhöfen mit ihren außenliegenden Plumpsklo’s (Brett – Loch -Deckel) war dies bis vor ca. 20 Jahren noch üblich und wie mir bekannt wurde, gibt’s das auch heute noch. Auch ich hab mir “bei der Oma” das damalige “Ärschle” mit dem “Böblinger Boten” abgewischt – das Wissen ging mir so gesehen am “Arsch vorbei” – und geschadet hat die Druckerschwärze auch nicht. Selbstverständlich bevorzuge ich heutzutage “die weichere Ausgabe” des Toilettenpapiers. Auch die heutige sanitäre Hausausstattung würde wohl kaum einen “Böblinger Boten” oder ein “Stuttgarter Käsblatt” verkraften.