Reim ond Zongabrecher

Man glaubt’s ja nicht, was es an Reimen, Sprüchen, Zungenbrechern etc. bei uns Schwaben gibt.laempel Manchmal bin ich selber erstaunt über die geistigen „Entgleisungen“ und „Einfälle“ meiner Mitschwaben.

I han amôl oin kennd khedd,
der hôdd oine kennd khedd.

Dui hôdd a Kend khedd,
dees hôdd se abbr edd vo sällam khedd.
Der hot nemmlich nemme kennd khedd,
se hôdd abbr nô an andara kennd khedd.
Der hôdd nô kennd khedd.
Ond wenns se deen nedd khennd hedd,
nô hedd se koi Kend khed.

 

Alles klar? Verstanden? Da muss sogar ich langsam lesen und schreiben. Aber ich versteh’s und übersetze mal „unformatiert“: Ich habe mal einen gekannt (gehabt), der hat eine gekannt. Die hat ein Kind gehabt, das hat sie aber nicht von diesem gehabt. Der hat nämlich nicht mehr gekonnt (gehabt). Sie hat aber noch einen anderen gekannt (gehabt). Der hat noch gekonnt (gehabt). Und wenn sie diesen nicht gekannt hätte, dann hätte sie kein Kind gehabt.

Weitere Reime und unsinnige Sprüche, deren Wortfolge nur dazu dient, einen Nichtschwaben zu verwirren. Aber ganz ruhig, selbst gestandene Schwaben haben damit ihre Problemchen – so ist mehrfaches langsames lesen angesagt.

 

  • „Isch a Dennede en denne Denna denna?“ (Dennede=Schwäbische Pizza-Variante, speziell in Oberschwaben daheim; Denna ist Scheune und denna bedeutet drinnen – also lautet der Spruch: „Ist eine schwäb. Pizza in dieser Scheune drin“)
  • „Schället se ed an sellera Schell, selle Schell schellt ed. Schellet se an sellera Schell, selle Schell schellt.“ (Schell = Klingel – also: Klingeln sie nicht an dieser Klingel, diese klingel klingelt nicht. Klingeln sie an jener Klingel, jene Klingel klingelt)
  • „Wemmr d’Henna henna hend, kemmr gao gao“. (Wenn wir die Hühner drin haben, dann können wir gar „heim“gehen)
  • „Dr Pabschd hod s’Spätzlesbschdegg z’schbäd bschdellt“. (der Pabst hat das Spätzle-Besteck zu spät bestellt)
  • „s’Rad d’Trepp radra ond s’Kreuz aschla“. (Das Fahrrad die Treppe heruntertragen und sich das Kreuz, den Rücken anschlagen)
  • „En Ulm, om Ulm ond om Ulm rom“. (In Ulm, um Ulm und um Ulm herum)
  • „Wa deand denn dia en denne denne Danne denna?“ (Was machen denn die in diesen dünnen Tannen drin)
  • „Mol amol a Mole no“. (mal einmal ein Männchen hin)
  • „Oa Oa“ oder „Oi Oi“ -je nach Region! (Ein Ei)
  • „A oagnehm grea agschdrichas Gardadierle“. (ein unangenehm grün angestrichenes Gartentürchen)
  • „Do hogged dia, wo emmer do hogged“. (da sitzen die, die immer da sitzen = der Stammtisch)
  • „Schuggsch du mi. schugg i di“. (schuckst du mich, schuck ich dich)