König, Bauer, Bettler

Es gibt die folgende Geschichte zum Thema „König, Bauer und Bettler“.

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Ein König kam an einem Gebeinehaus vom Friedhof vorbei, in dem der Spruch „Sag mir Beschauer, wer war König, wer Bettler, wer Bauer?“ geschrieben stand. Der König hat diesen Satz gelesen und sich fürchterlich geärgert. Der Spruch könne nicht stimmen, man würde einen König auch nach seinem Tod erkennen. Also ordnete der König an, dass dem Schädel eines toten Königs eine Krone aufzusetzen war. Kurz darauf kam ein reicher Bauer an jenem Gebeinehaus vorbei und war der Meinung, dass wenn ein Königsschädel eine Krone tragen sollte, der „Bauernschädel“ gefälligst eine Weizenähre tragen sollte.

Eines Tages aber ging ein fürchterlicher Sturm. Er wehte dem Königsschädel die Krone herunter, dem Bauernschädel die Ähre weg. Und da es im Gebeinehaus natürlich noch viele andere Schädel gab, war nicht mehr ersichtlich, wer König, wer Bauer und wer Bettler war.

Und was sagt uns diese Geschichte: Der Tod macht alle gleich – nur hier eben schwäbisch pietistisch ausgedrückt.