Gomba, Stomba ond Homba

Jetzt aber!gomba

 

 

 

 

 

 

 

Der Gomba ist bei uns Schwaben schlicht der hochdeutsche „Gumpen“, wobei den viele gar nicht kennen. Der „Gomba“ ist schlicht eine Vertiefung in Bächen oder Flüssen – oder ein flacher Tümpel mit tieferem Loch – in den man „neigomba“ (hineinspringen) kann. Als junger Schwabe habe ich auch in Ermangelung eines Freibades „en da Bach neigompt“ – ich bin also in den Bach gesprungen. Und wenn der Bach in warmen Sommern keine „Gomba“ hatte, dann wurde der Gumpen schlicht durch aufstauen des Baches mittels „Dreck“ (Erde) gebaut, so dass wir wieder „neigomba“ konnten. Nicht „stilecht“, aber wirkungsvoll. Und natürlich bin ich auch öfters in den Gomba neighaglet (hineingefallen) und anschließend als „Drecksau“ wieder heim gekommen.

 
Der Schdomba ist bei uns Schwaben eindeutig mehrdeutig.Wir Schwaben können einen „Schdomba“ im „Maul“ (Mund) haben, einen selbigen auf „dem Boomwiesle“ (der Baum-/Streuobstwiese) haben oder mit uns herumtragen. Da soll noch einer durchblicken? Ja, der Schwabe blickt da durch.

Der „Schdomba“ kommt beim Raucher der Billigzigarren zum Zuge. Wir gönnen uns schlicht aus Sparsamkeit keine Havanna, nein, wir rauchen den „Stumpen“. Jenes Rauchzeug heimischer, vorzugsweise aber badischer Herkunft, das „stinkt wia d‘ Sau“, wo jeder gerne eine Gasmaske anwenden würde. Auch ich als Pfeifenraucher meide „Schdomba“-Raucher wie der Teufel das Weihwasser. Es ist schlicht unerträglich, was ein schwäbischer „Schdomba“ an Rauchqualität hergibt. Vergasung wäre gelinde ausgedrückt.

Andererseits:

Wer ein „Boomwiesle“, also eine Streuobstwiese, besitzt, der hat immer mal wieder einen „Schdomba“ auf derselbigen stehen. Dann nämlich, wenn er einen der Bäume absägen muss – altershalber. Der Baumstumpf – sprich der „Schdomba“ bleibt dann stehen, bis er eines Tages ausgegraben wird. Hier also der Baumstumpf der „Schdomba“ – nix Rauchzeug sondern „Holzzeug“.

Hä?

Ja, ja – der „Schdomba“ – vielseitiger Begriff.

Auch ein halbvoller Sack Getreide oder Äpfel während der Ernte wird als „Schdomba“ bezeichnet. „Mir traget an Schdomba“ bedeutet schlicht, dass der Schwabe einen nicht vollen Sack mit sich herum trägt. Der „Schdomba“ bedeutet in diesem Fall eben „nicht voll“.

So, kappiert?

 
Der Homba ist schlichtweg eine schwäbische Maßeinheit – leider undefiniert.

Also der „Homba“ (der Humpen) ist für uns Schwaben die „Glückseligkeit“ pur. Weil wenn wir einen „Homba“ trinken, dann geht es uns gut. In der Regel haben wir dann ein volles großes Glas vor uns, sei es Rotwein oder Bier – wobei das letztere den „Homba“ eher trifft, möglichst im „Schdoahomba“ (Steinkrug). Bei Rotwein wären wir zu schnell besoffen, ergo belassen wir es da beim „Viertele“. Der „Homba“ ist dem Bier reserviert und steht bei uns für die „Halbe“, also den halben Liter.

Prosit.