Entstehung

Angeblich:
Die Entstehung des Schwabenländles basiert auf einer alten, immer wieder gerne erzählten Geschichte.
Der liebe Gott machte, bevor er an sein Schöpfungswerk ging, so wie es ein rechter Meister tut, ein Modell dessen, was ihm da als seine grosse und schöne Gotteswelt vorschwebte.
Und da waren dann im kleinen Waldberge und Wiesentäler, Schneegipfel und Kornebenen, Bäche, Bächlein, Flüsse, Wasserfälle und Seen ohne Zahl und natürlich ein kleines Meer.
Nach diesem Modell schuf er dann die Welt, nur eben in allem viel größer, weiter, höher und gewaltiger, in manchem wohl auch schöner und freundlicher.
Und als er ausruhte von seinen Werken, sah er das Modell in seiner grossen, himmlischen Werkstatt herumstehen. Es hätte ihm leid getan, es wegzuwerfen oder in der Rumpelkammer verstauben zu lassen, dazu war es zu schön geworden. Er besann sich eine Weile, suchte einen passenden Platz drunten auf seiner grossen, nagelneuen Erde, – so a bißle neba dussa- , setzte das Modell da hinein und nannte es Schwabenland.

Tatsächlich:
Württemberg wird gerne als das “Schwabenländle” bezeichnet, was insofern unrichtig ist, als Schwaben auch noch das östlich angrenzende Bayern bis zum Lech hin bevölkern.

wappen_koenigreich_wuerttemberg
Der Stamm der “Sweben”, die zu den Alemannen gehören, besiedelten das “Swebenland” und gaben dem heutigen “Schwabenländle” seinen Namen. Das Verbreitungsgebiet der “Sweben” in Richtung Nordosten wird auch noch heute zumindest sprachlich durch die Flüsse Kocher, Jagst und Tauber begrenzt.
Dort “hewwe die Lait en annere Sprooch”.

Wissenschaftlich:
Wenn heute Europawahlen wären, dann wäre kein anderes Volk dieser Welt auf mehr Landesfahnen vertreten wie unser schwäbisches. Zur Zeit der Kämpfe der Alemannen = Sueven = Schwaben (alles ein Volk, das ist wissenschaftlicher Fakt !) mit den Römern und Franken ging das Gebiet der Alemannen (Alemania bzw. Suevia) vom Asperg bis zum Gotthard (Schweiz) und von den Vogesen (Frankreich) bis an den Lech. Und alle, die in diesem Gebiet lebten und leben sind Alemannen und somit Schwaben (die Reigschmeckte ausgenommen).


Und jetzt werden mal die Fahnen der “schwäbischen” Länder aufgezählt:

1. Die Württemberger mit ihren drei Hirschstangen im Wappen
2. Die Badener mit dem rotgoldenen Schrägbalken.
Alles, was südlich der Linie Hornisgrinde-Asperg-Hesselberg liegt ist schwäbisch (=alemannisch), alles oberhalb davon fränkisch. Es gibt also württembergische Schwaben (=Alemannen) und württembergische Franken, badische Schwaben (=Alemannen) und badische Franken. Auch wenn das einige “Gelbfüssler” nicht kapieren bzw. geistig verkraften, dies ist wissenschaftlicher Fakt.
3. Die Franzosen mit ihrer Trikolore
Die Elsässer, die zwischen Rhein und Vogesenkamm deutsch reden sind Schwaben (=Alemannen). Somit tritt das Europaparlament auf schwäbischem Boden in Straßburg zusammen.
4. Die Schweizer mit ihrem weißen Kreuz
Alles, was Schwyzerdütsch schwätzt sind Schwaben.
5. Die Liechtensteiner mit Krone auf blauroter Fahne.
Die einzigen Schwaben, die ihren Fürst behalten haben und daher ihre Briefkästen für sich arbeiten lassen können.
6. Die Österreicher mit ihrem rot-weiß-roten Bindeschild
Alles, war vor dem Arlberg wohnt ist schwäbischen Ursprungs.
7. Die Bayern mit ihrer weiß-blauen Raute.
Das urschwäbische Land vom Ries bis ins Allgäu wurde von Napoleon zwangsweise unter bayrische Verwaltung gestellt. Trotzdem leben hier nach wie vor Schwaben und keine Bayern.

Ein paar Worte zum Thema “Schwaben” und “Alemannen”:

Der Name “Alamani” taucht nachweislich 289 nach Christus erstmals auf, also zu einer Zeit, wo die “Sueven” längst in ihren heutigen Verbreitungsgebieten waren. Den Stamm der “Alamani” gab es schlicht nicht – er wurde gegründet. Die damaligen “Germanen” waren alle Feinde des römischen Imperiums und in kleine “Stämme” zergliedert. Nur durch eine Art “Verbrüderung” hatten die Stämme die Macht, Rom zu trotzen. Also schlossen sie sich zu den Alemannen zusammen. Wobei der Ausruck “Alemannen” nicht bedeutet “alle Mannen” – das lautete früher “Alahmannen”, das “Alah” bedeutete “Tempel” oder “Heiligtum” – ergo waren es die “Heiligen Männer” – eben die, die einen “Heiligen Bund” gegen die Römer geschlossen hatten. Und der Erfolg gab ihnen Recht. Leider haben die “Alahmannen” später von den Franken dann eine “übergebraten” bekommen – aber das ist ein anderes Thema.

Zu den “Sueven” ist zu sagen, dass sie wohl mit den Schweden enger verwandt waren, als man annehmen könnte. Die Sueven haben (kulturhistorisch nachgewiesen) die gleichen Viehrassen gezüchtet, die gleichen Ackergeräte verwendet – und auch die Stammesbezeichnungen sind sich ähnlich, was in selbiger Zeit mit “Verwandtschaft” gleichzusetzen war.

Es ist also schon kurios, wie es sich mit den Schwaben verhält. Man darf eben nicht heutige Maßstäbe an damalige Verhältnisse anlegen.

Bereits im Jahre 1572 hat sich ein gewisser David Seltzlin dran gemacht, eine Karte der schwäbischen Verbreitungsgebiete herzustellen. Hier ist die im “Kleinformat”. Der Link für die große, übersichtliche Karte:  https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Seltzlin_map_1572.JPG

seltzlin1572_klein